Missionarische Kurzeinsätze

Lukas Damm zurück aus Sambia

 

Liebe Gemeinde,

seit dem 1. Dezember 2014 bin ich, Lukas Damm, nach 3 spannenden, bereichernden und ereignisreichen Monaten in Sambia wieder im kalten Deutschland angekommen.Ich möchte Sie/Euch im Rückblick an dieser für mich ganz besonderen Zeit in meinem Leben teilhaben lassen.

Gewohnt habe ich während der gesamten drei Monate auf der OM-Base in Kabwe, einer Stadt in Sambia, in einem Haus, das erst im Sommer fertig gebaut wurde und mir darum einen für Afrika unerwartet hohen Lebensstandard bot: es gab elektrisches Licht, geflieste Bäder mit (meist) warmem Trinkwasser und ein Zimmer mit Bett, Nachttisch und Kleiderschrank. Das Zimmer habe ich mir mit Kuzy geteilt, einem 24 jährigen Farbigen aus Simbabwe. Trotz ziemlich unterschiedlicher Schlaf-Rhythmen hat das wunderbar geklappt und wir hatten immer viel Spaß zusammen.

Kommen wir nun zum Thema Essen, zu dem ich ein etwas ambivalentes Verhältnis hatte. Einerseits konnte ich mich meistens nicht über den Geschmack des Essens beschweren. Was ich im Gegensatz zu meinen afrikanischen Mitarbeitern jedoch relativ bald vermisste war eine gewisse Variation, besonders was das Mittagessen angeht – es gab - bis auf 1-2 Ausnahmen in den drei Monaten immer wieder Reis oder Nshima (eine Maismehlpampe)! Es war eine der Erfahrungen, die mir gezeigt hat, auf welch hohem Lebensniveau wir in Deutschland leben,ohne dass wir uns dessen bewusst sind.Damit war das auch genau eine der Erfahrungen, wie ich sie mir gewünscht habe: mal raus aus der „Wohlstandskultur“, raus aus der Komfort-Zone!

 

Was meine Arbeit betrifft war ich in drei Bereichen tätig: Jeweils einen Tag habe ich an einer der beiden Schulen verbracht, um dort in verschiedenen Fächern verschiedene Klassen zu unterrichten. Den Rest der Woche habe ich zum einenmit den Vorbereitungen des Unterrichts verbracht, zum anderen habe ich aber auch im TTC mitgearbeitet, der Lehrerausbildungsstätte von OM. Rückblickend kann ich sagen: Eine „Baustelle“ weniger wäre wohl besser gewesen, denn oft hätte ich mir mehr Zeit für persönliche Gespräche mit anderen OM-Mitarbeitern gewünscht.

Dennoch hat mir die Arbeit in allen drei Bereichen aber auch fast immer viel Freude bereitet, ich habe viel über die Unterschiede der deutschen und der sambischen Kultur und auch mich selbst besser kennen gelernt.

Auch was meinen Glauben betrifft habe ich viele wertvolle und bereichernde Erfahrungen machen dürfen, für die ich Gott sehr dankbar bin.

Besonders beeindruckend war es immer wieder zu erleben, welch tiefes, nahezu unerschütterliches Vertrauen die Sambianer Gott entgegen bringen.Das liegt natürlich oft daran, dass Gott selbst in den einfachen und alltäglichen Bedürfnissen ihre einzige Hoffnung ist. Mir ist dadurch jedoch auch bewusst geworden, wie oft ich selbst dazu neige, mir selbst und meinen(finanziellen) Möglichkeiten mehr zu vertrauen als Gott! So kam mir irgendwann die unangenehme Erkenntnis, dass es oft mein Stolz ist, der dazu führt, dass ich Gott oft gar nicht die Möglichkeit gebe zu handeln weil ich, mal mehr, mal weniger bewusst, die Sachen gar nicht erst an ihn abgebe. Oder aber ich gebe sie ab - um sie mir kurz darauf zurück zu holen wenn mir die Geduld ausgeht und Gott nicht in dem Tempo oder auf die Weise handelt, wie ich mir das vorstelle. Meine Freunde aus Sambia waren mir in diesem Punkt oft ein großes Vorbild und werden es hoffentlich auch bleiben.

Wo wir schon beim Thema Geduld sind: Auch hier durfte ich Einiges lernen. Es ist mir noch nie leicht gefallen auf etwas oder jemanden zu warten, Geduld ist einfach nicht meine Stärke. Wie zu erwarten war, fühlte ich mich in diesem Bereich tagtäglich enorm heraus gefordert, weil in Afrika einfach Vieles wahnsinnig langsam voran geht und man ständig auf irgendetwas oder jemanden warten muss. Diese Langsamkeit ist vor allem auch deshalb so herausfordernd, weil man als Mensch des westlichen Kulturkreises fast überall Optimierungspotential sieht – es könnte also Vieles viel schneller gehen!

Schaut man genauer hin wird schnell klar, dass den Sambianern Effizienz und Schnelligkeit gar nicht so wichtig sind, da die Prioritäten hier anders gesetzt werden. Es gilt das Motto: „Die Arbeit wird nie aufhören, doch die Menschen, die um dich herum sind werden irgendwann nicht mehr da sein. Also verbringe so viel wie möglich Zeit mit ihnen und investiere in  Beziehungen.“Sicher lässt sich dieses Prinzip keineswegs 1:1 auf Deutschland übertragen. Dennoch lohnt es sich meiner Meinung nach, diesen Gedanken im Hinterkopf zu behaltenund seine eigenen Prioritäten daraufhin zu überprüfen.

Ich habe also alles in Allem eine wirklich wunderbare, lehrreiche und gesegnete Zeit erlebt und es ist mir sehr schwer gefallen, Sambia wieder zu verlassen. Es war mit Sicherheit nicht mein letzter Aufenthalt in diesem wunderbaren Land, in dem ich so viele wahnsinnig offene, freundliche und herzliche Menschen kennen gelernt habe. An dieser Stelle möchte ich all denen danken, die während dieser Zeit immer wieder für mich gebetet haben. Ich bin sicher: Ohne Sie/euch und diese Gebete wären diese 3 Monaten nicht so großartig verlaufen. Vielen, vielen Dank dafür! Wer mehr von mir wissen oder einfach nur ein paar Bilder sehen möchte darf sich jederzeit gern an mich wenden!

Herzliche Grüße,

Lukas Damm